Turnierbericht von der Wintermühlentrophy 2016 – Working Equitation Turnier

Gastbeitrag von Petra Emmerich (Text) mit Fotos von Irina Wonneberg, Victoria Shamraeva und Ronja Kay (Beitragsbild)

Drei wunderschöne Working Equitation Turniertage sind vorüber.
Vom 08.-10. Juli 2016 fand auf der gleichnamigen Reitanlage im hessischen Taunus die Wintermühlentrophy 2016 bei bestem Wetter bereits zum dritten Mal statt.
Dem Ruf des Veranstalters und amtierenden deutschen Meisters in der Rinderarbeit sowie Vizeeuropameister im Team, Mitja Hinzpeter, waren viele Freunde des Sports gefolgt.
Mit 80 Nennungen (und 70 effektiven Startern) war es das größte Working Equitation Turnier, das jemals in Deutschland stattgefunden hat und eines der größten Europas.

In der Working Equitation gibt es vier Teilwettbewerbe

  • Dressur
  • Trail, bei dem Rittigkeit, Vertrauen und Gehorsam der Pferde überprüft und der dann noch einmal als 
  • Speedtrail nach Schnelligkeit geritten wird
  • sowie der Rinderarbeit. 

Auf der Wintermühle wurde in den Klassen E und A nur Dressur und Trail, ab der Klasse L auch noch Speedtrail und Rinderarbeit ausgetragen. 

Der Freitag bot bereits ein Highlight der Veranstaltung

Die Dressur Klasse S oder auch Masterclass genannt.
Da man bei der Working Equitation – ursprünglicher Wettbewerb für die europäischen Arbeitsreitweisen – eine Hand zum Arbeiten braucht, ist es nur folgerichtig, dass die höchste Klasse der Dressur, wie alle anderen Disziplinen der Masterclass auch, einhändig geritten wird.
Fehler in der Ausbildung würden hier gnadenlos entlarvt.

 

Alles richtig gemacht hat Mitja Hinzpeter mit seinem Goldenen Pinto Hengst Macchiato, der die S-Dressur vor Thomas Türmer auf dem Wallach Orlando und Mirjam Wittmann auf dem Wallach Kiro für sich entscheiden konnte.
Alle drei sind Mitglieder des deutschen Nationalkaders der Working Equitation.
Sie konnten dieses Jahr bei der Europameisterschaft im Rahmen der Pferd International in München hinter Portugal gemeinsam Vizeeuropameister werden.
Ihr Teammitglied Mihai Maldea hat sein Pferd Candy in München vom Sport verabschiedet und war nicht auf der Wintermühle angetreten.

Ergebnisse Klasse M

Der Sieger der M-Dressur Nuno Jose Rodrigues Avelar auf seinem Hengst Esporim bot ebenfalls eine beeindruckende und stilechte Vorführung.
Er gewann in seiner Klasse auch Stiltrail und Speedtrail. Nur in der Rinderarbeit am Samstag musste er sich mit Platz 6 zufriedengeben.
Hier war Silvia Ringeisen mit ihrem großartigen Damasco Siegerin, knapp gefolgt von Pia Rilana Klein auf Europeo 79 und Karin Knoblauch auf Eterno. Insgesamt war die M sehr stark besetzt.

Den Gesamtsieg M holte sich Nuno Jose Rodrigues Avelar vor Sylvia Ringeisen auf Damasco und Michael Wesp auf der Paintstute Miss Sixty, die insbesondere im Speedtrail durch ihre Geschwindigkeit überzeugen konnten, denn in der Dressur lag die Viertplazierte Sandra Will auf Saltimbanco noch vor den beiden.

Rinderarbeit

Den Zuschauern boten sich in der Masterclass der Rinderarbeit am Samstag spektakuläre Bilder. Die Teams hatten sich im Vorfeld gebildet und die Rinder wurden ausgelost, damit es fair zugeht.
Ein Vierertram bestehend aus Mitja Hinzpeter, Gernot Weber, Thomas Türmer und Mirjam Wittmann bot den Zuschauern nicht nur die rasantesten Ritte. Man erlebte hier, wie wichtig perfektes Teamwork ist. Kein Rind wollte man verloren geben, auch wenn man dazu in den Nahkampf gehen musste, bis es einen aus dem Sattel hebt, wie Gernot Weber, dessen Wallach Aramis ihm blind vertraut, denn der Wallach sieht tatsächlich auf einem Auge nichts mehr.

 

Jean Pierre Godest hat in der Anfangszeit vielen der heute hoch erfolgreichen Reitern den Start im Umgang mit den Rindern durch die Weitergabe seines Wissens erleichtert. Er reitet selbst in der Masterclass und gewinnt dabei meistens die Rinderarbeit.
Am Samstag verzichtete Jean Pierre Godest jedoch freiwillig auf die Unterstützung seiner Masterclass Kollegen und stellte sich statt dessen ein Team mit den anderen beiden Carmarguereitern zusammen. Dadurch ermöglichte er den Zuschauern, die quirligen, liebenswerten und immer leistungsbereiten Carmarguepferde mal gemeinsam in Action zu sehen.

Speedtrail

Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Speedtrails. Der Speedtrail ist neben der Rinderarbeit die beliebteste Disziplin für die Zuschauer der Working Equitation Turniere.
Hier wird die Musik laut, die Zuschauer gehen mit und feuern die Reiter begeistert an, wenn sie in Höchstgeschwindigkeit durchaus kreative Hindernisse meistern müssen.
Zum Beispiel mit einer Garrochastange in der Hand über eine Bierbank springen und den Slalom meistern. Oder im gestreckten Galopp über eine Brücke, die von einem Teich mit schwimmenden Plastikenten gesäumt ist. Ein Hindernis, das in der Klasse L viele der Pferde gar nicht passieren wollten.

Ergebnisse der Klassen L, A und E

Die Klasse L konnte Anna Gugunava auf ihrem beeindruckenden Barockpintohengst Nicon gewinnen, gefolgt von Angela Egert auf Unic sowie der sehr feinen Reiterin Martina Fischer auf Senorito.
Die Klasse A ging an Katrin Winkel auf Pelicano III und die Klasse E souverän an Anne Birk auf Lotti Lou.

Gesamtergebnisse aller Klassen

Über diesen Link kommt ihr zu den Ergebnissen aller Klassen: Wintermühlentrophy 2016/Ergebnisse

Wintermühlentrophy 2016

Zusammenfassung und Danksagung:
Erfreulich war, dass niemandem etwas passiert ist. So konnten die Einsatzkräfte des Roten Kreuzes nur die besondere und angenehme Atmosphäre der Veranstaltung loben, die ihnen aufgefallen war.
Die Danksagung für den reibungslosen Ablauf geht insbesondere an die Meldestelle Christine Drössler-Utecht und Kaleb Utecht, Simone Westhoff und den Sprecher Thorsten Westhoff, sowie an die Richter Lothar Vriesen und Hans-Martin Steisslinger und alle anderen unermüdlichen Helfer, ohne die ein solches Event gar nicht machbar wäre.
Besondere Freude hat es allen Beteiligten und Besuchern gemacht, dass wir diesmal auch viele internationale Gäste aus Frankreich, Portugal und Schweden in Hessen begrüßen durften. Die Vielfalt der jeweils stilecht und traditionell gekleideten Teilnehmer ist wirklich sehenswert!
Ob es die traditionellen Carmarguereiter sind, ein Vollblutaraber vom Landesgestüt Marbach oder die Lusitanos mit ihren Reitern.
Ein Liebling der Zuschauer war auch der schwarze Scandinavian Coldblood Trotter Hengst Lapp Glans, der gerne mal Piaffe und Levade zeigte, während er im Trail überlegte, wo es weiter ging.
Die Zuschauer sind sich zwar nicht einig, welches Paar nun das schönste war, aber sie sind sich alle einig, dass es eine gute Idee war zu kommen, um sich die Wintermühlentrophy anzusehen. Gerne nächstes Jahr wieder. 

Turnierankündigung

Wer die hochkarätig besetzte Veranstaltung verpasst hat:
Bereits vom 11.-14. August 2016 gibt es mit der Deutschen Meisterschaft auf der Reitsportanlage Wintermühle, Stahlnhainer Mühlen 10 in 61267 Neu Anspach die Möglichkeit, wieder einen Working Equitation Wettbewerb anzusehen und Fan von diesem aufstrebenden jungen Sport zu werden.

 

 

 

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